„Zwischen den Bildern lesen“
Fotoalbenlesung mit Prof. Torsten Schulz

jour fixe, am Montag, den 11. Dezember 2017, um 19.00 Uhr
Fotoalbum, Fotograf unbekannt, Sammlung Werkbundarchiv – Museum der Dinge. Foto: Armin Herrmann

Fotoalbum, Fotograf unbekannt, Sammlung Werkbundarchiv – Museum der Dinge. Foto: Armin Herrmann

Ein Fotoalbum ist viel mehr als die Summe seiner einzelnen Teile. Im Rahmen der aktuellen Sonderausstellung ‚FOTO | ALBUM. Private und anonyme Fotografie aus der Sammlung des Werkbundarchiv – Museum der Dinge’ laden wir Sie herzlich ein zu einer Spurensuche nach den Geschichten „zwischen den Bildern“. Wie dokumentieren – oder inszenieren – die Fotos, ihre vielfältigen Anordnungen sowie begleitende Bemerkungen und Erinnerungsstücke individuelle Lebensgeschichten? Und was verschweigen sie uns womöglich?

Prof. Torsten Schulz, Fotografin: Annette Hauschild

Prof. Torsten Schulz, Fotografin: Annette Hauschild

Diese Fragen stellen wir Torsten Schulz, Autor und Professor für Dramaturgie, der im Laufe des Abends mit uns durch einige Glanzlichter aus der Albensammlung des Werkbundarchiv – Museum der Dinge blättern wird. Seine Sichtung des Materials ist auf das Fotoalbum als Erzählform gerichtet und auf seine Dramaturgie – mit analytisch-wissenschaftlichem Blick und feinem Gespür für das Komische und Berührende, das Gewöhnliche und Außergewöhnliche.

Wir freuen uns auch über Beiträge von Ihnen! Sie sind herzlich eingeladen, interessante Beispiele aus Ihren eigenen Fotoalben mitzubringen und einer spontanen Interpretation durch unseren Gast zur Verfügung zu stellen.
Private Fotoalben sind Objekte des Aufbewahrens und Präsentierens, aber auch des symbolischen Ordnens des eigenen Lebens. Ob durch die Inszenierung einer idealisierten, möglichst linearen Erzählung oder die vermeintliche Unordnung mit Zeitsprüngen und Brüchen – was erinnert werden soll, bestimmt die Auswahl der Bilder ebenso wie die Leerstellen.

Ihre Gestaltung geht weit über eine bloß dekorative Funktion hinaus: Das Anlegen von Alben als sinn- und identitätsstiftende Kulturtechnik ist an eine umfassende soziale und erzählerische Praxis gebunden. Darüber hinaus spiegeln sich in diesen sensiblen privaten Zeugnissen Alltags-, Kultur- und Zeitgeschichte eines ganzen Jahrhunderts.

Die Veranstaltung wird moderiert von der Ausstellungskuratorin Sophie Schulz und soll eine Annäherung an das Medium als Erzählform durch die Augen eines Literatur-Spezialisten ermöglichen. In Zeiten digitaler Bilderflut und Selbstdarstellung im Internet entdecken wir dieses Medium aus einer neuen Perspektive.

Über Prof. Torsten Schulz
Autor preisgekrönter Spielfilme (u.a. Raus aus der Haut, Boxhagener Platz) und Prosa (u.a. Nilowsky, Roman). Regisseur von Dokumentarfilmen. Professor für Praktische Dramaturgie und Studiengangsleiter an der Filmuniversität Babelsberg. Im März 2018 erscheint sein neuer Roman Skandinavisches Viertel. Weitere Infos: www.torstenschulz.org

 

Fotoalbum, Fotograf unbekannt, Sammlung Werkbundarchiv – Museum der Dinge. Foto: Armin Herrmann

Fotoalbum, Fotograf unbekannt, Sammlung Werkbundarchiv – Museum der Dinge. Foto: Armin Herrmann